Kinder- Gedenkfeier auf dem Stöckener Friedhof in Hannover
am 5.Mai 2018

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Unser Herz nur ein Muskel? Ein kegelförmiger Hohlköper, welcher bei einem Erwachsenen Menschen gerade mal 300g wiegt?!
Auf der Kindergedenkfeier am 5. Mai fühlt sich manches Herz sicher sehr viel schwerer an. Schwer jedoch nicht nur von Kummer, sondern auch von Liebe und Erinnerungen an unsere Kinder.
Jedes einzelne Kind hat Spuren hinterlassen und wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach ihnen.

Diakonin Ilse-Dore Grahe macht deutlich, dass das Herz eben nicht nur Hohlmuskel ist, sondern mehr. Es ist Motor, es ist Zentral. Der zentrale Ort für Erinnerungen, Wärme, Bewunderung und unendliche Liebe.

Während das Lichtermeer wächst verzaubert uns das “Leere Wiege Ensemble“. Für jedes noch so kleine Herz wird eine Kerze entzündet. Die Lichter tanzen im maritimen Ambiente mit dem Sonnenschein um die Wette. Sie sind da. Nicht nur in unseren Herzen, sondern ganz sichtbar, um uns herum.

„… Ich fühle dich überall, in Sonne und Wind, in Wärme und Kälte. Du bist nie wirklich weg, immer da, immer nah. Ganz nah bei mir in meinem Herzen.“
Wir lauschen dem kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry der sagt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, alles Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“.
Alles Wesentliche! Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar - so war und ist es auch mit unseren Kindern. Hier geht es um ein tieferes Sehen und Erkennen.
Man sieht nur mit dem Herzen gut – und in unseren Herzen, da bleiben die Spuren von unserem Kind, unseren Kindern, denn dort hat es seinen Platz – auf ewig.
„Du bist für immer in meinem Herzen, ich habe dich in mein Herz geschlossen.“ Nicht nur ein Satz, dahingesagt, sondern eine Erfahrung, die jeder in diesem Raum teilt. Eltern, Großeltern, Paten, Freunde, Tanten, Onkel … Geschwister.
Unsere Kinder können nicht verloren gehen, auch wenn unsere Tränen irgendwann getrocknet sind. Sie bleiben und sind fest verankert in uns, mit jedem Herzschlag.
Und dass aus Kummer auch Freude werden kann, dass fühlen wir beim Ballonaufstieg auf der Kindergedenkstätte, Seite an Seite mit Fremden, die durch die Arbeit der Leeren Wiege zu Freunden, zu Geschwistern im Geiste wurden.

Ballons, die mit einem Reisesegen versehen werden als Gruß in den Himmel. Und das Herz tanzt ein bisschen bei dem Gedanken, dass sich vielleicht auch unsere Kinder gemeinsam darüber freuen.
Und wir, wir schauen ihnen nach und sind uns sicher, diese Spuren werden niemals verblassen!